„Die Sprache der Ärzte ist hart, aber treffend“, meinte Landrat Michael Wickmann. „Wir brauchen jeden jungen Menschen, um die Demokratie zu verteidigen.“ Man dürfe niemanden nach Rechts abrutschen lassen. Die Ausstellung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) helfe Jugendlichen, die Gefahren zu erkennen. Sie ist bis zum 18. März zu sehen.
„Extremismus beginnt nicht mit verfassungsfeindlichen Symbolen oder Springerstiefeln, sondern mit Vorurteilen“, sagte Northeims Bürgermeister Harald Kühle. Die Zeit, dass Rechtsextreme an Springerstiefel und Glatze erkannt werden, seien vorbei. „Viel gefährlicher sind die, die Anzug tragen.“
„Über Grundrechte und die Demokratie zu informieren ist nach dem Niedersächsischen Schulgesetz unser Bildungsauftrag“, sagte Petra Simons-Schiller. „Demokratie entsteht aber nicht durch aufgeschriebene Regeln, sondern dadurch, dass sie gelebt wird“, ergänzte die Schulleiterin.
„Ein Blick in die Nachrichten genügt, um zu zeigen, wie notwendig der Schutz unseres Staates vor extremistischer und terroristischer Gewalt ist“, sagte Ralf Frauenrath, leitender Regierungsdirektor am BfV. Das Bundesamt kläre alle Formen des politischen Extremismus auf.
Das Gewaltpotential in Deutschland ist nach Aussage Frauenraths groß: So gebe es 27 000 Rechtsextremisten, 30 000 Linksextremisten und aus dem Bereich des Ausländerextremismus ein Potenzial von etwa 25 000 Extremisten. „Die größte Bedrohung stellen gegenwärtig jedoch der Islamismus und insbesondere der islamistische Terrorismus dar“, so der Verfassungsschützer.
Den islamistischen Organisationen rechnet das BfV nach seinen Worten 36 000 Personen zu, knapp ein Prozent der hier lebenden etwa vier Millionen Muslime.
Der Auftrag, die Demokratie gegen ihre Feinde zu verteidigen, erfordere eine offensive Auseinandersetzung mit dem politischen Extremismus in all seinen Schattierungen. Frauenrath: „Hierzu soll diese BfV-Ausstellung einen Beitrag leisten“. Sie richte sich an alle Bürger, vor allem aber Jugendliche und junge Erwachsene. (zsv)
HNA 3.03.2011